SpaceX-Raketenstufe hinterlässt frischen Krater auf dem Mond
Eine ausgediente SpaceX-Raketenstufe ist auf dem Mond eingeschlagen. Neue Aufnahmen der NASA zeigen den frischen Krater und machen sichtbar, was sonst nur aus Berechnungen bekannt wäre: Weltraumschrott bleibt nicht einfach verschwunden, wenn er seine geplante Bahn verlässt.
Ein Einschlag mit hoher Geschwindigkeit
Die obere Stufe einer Falcon-Rakete prallte am 5. August mit rund 8700 Kilometern pro Stunde auf die Mondoberfläche. Das Bauteil war ungefähr vier Tonnen schwer und hatte zuvor zwei private Mondlandefähren ins All gebracht. Die Stufe blieb danach im Weltraum, bevor Sonnenaktivität und die Schwerkraft ihre Flugbahn so veränderten, dass sie auf den Mond zusteuerte.
Der entstandene Krater wirkt im Verhältnis zur Größe des Bauteils überraschend klein. Nach den bislang ausgewerteten Bildern ist er etwa 18 Meter breit und weniger als drei Meter tief. Rund um die Einschlagstelle verlaufen helle und dunkle Streifen. Sie zeigen, dass Material aus verschiedenen Bodenschichten herausgeschleudert wurde.
Warum die Bilder wissenschaftlich wichtig sind
Die NASA-Sonde Lunar Reconnaissance Orbiter fotografierte die Stelle eine Woche nach dem Einschlag aus etwa 96 Kilometern Höhe. Dafür mussten die Fluglotsen das Raumfahrzeug so ausrichten, dass die Kameras den richtigen Ausschnitt während des schnellen Vorbeiflugs erfassen konnten. Die Sonde umkreist den Mond bereits seit 2009.
Vorher-Nachher-Bilder helfen Forschenden, die Oberfläche des Mondes zu untersuchen. Die helleren Strahlen enthalten offenbar frisches Gestein und Staub aus tieferen Schichten. Dunklere Linien stammen aus Material, das lange an der Oberfläche lag und durch Sonnenwind, kosmische Strahlung und Mikrometeoriten verändert wurde.
Weltraumschrott als Zukunftsfrage
Der Vorfall war kein gezielter Mondversuch, sondern eine unbeabsichtigte Kollision. Das macht ihn für die Raumfahrt besonders interessant. Je mehr Raketen, Sonden und private Landegeräte unterwegs sind, desto wichtiger wird die Frage, wie Flugbahnen langfristig berechnet und kontrolliert werden.
Für Leserinnen und Leser in Erftstadt klingt das zunächst nach großer Entfernung. Doch die Grundfrage ist vertraut: Was passiert mit technischen Geräten, wenn ihr geplanter Weg endet? Im All gelten dafür andere Maßstäbe, das Problem ist dasselbe. Die NASA-Bilder liefern jetzt eine sichtbare Antwort – als 18 Meter breiter Abdruck auf einer Landschaft, die seit Milliarden Jahren kaum von Menschen berührt wurde.
