Vor OrtQuelle: Redaktion huerth.today

Gestank in Hürth: Wo man Geruch meldet und was die Behörden tun

Stand: 2. Oktober 2026 · Fehler entdeckt? Hinweis senden

Wer in Hürth unangenehmen Geruch wahrnimmt, meldet ihn am besten über das Online-Formular der Stadt Hürth – die Meldung geht an die Untere Immissionsschutzbehörde des Rhein-Erft-Kreises, die alle Hinweise auswertet. Die Ursache der wiederkehrenden Geruchsbelästigungen in Hürth und Brühl ist (Stand Anfang Oktober 2026) noch nicht abschließend geklärt.

So meldet man Geruch in Hürth

WegKontakt
Online-Formular Stadt Hürthforms.kdvz.nrw (Formular 2167)
Telefon Servicestelle des Bürgermeisters02233 53888
E-Mailservicestelle@huerth.de
Wer in Brühl wohntFormular der Stadt Brühl

Laut Rhein-Erft-Kreis können auch Bürgerinnen und Bürger aus Nachbarstädten die Formulare von Hürth und Brühl nutzen. Eine einzige Meldung reicht: Ist eine andere Behörde zuständig, wird der Hinweis weitergeleitet.

Diese Angaben helfen bei der Ursachensuche

Der Kreis bittet ausdrücklich um möglichst genaue Angaben:

  • genauer Ort der Wahrnehmung
  • Datum und Uhrzeit
  • ungefähre Dauer
  • Beschreibung des Geruchs
  • wahrgenommene Stärke
  • gegebenenfalls die vermutete Richtung, aus der der Geruch kam

Hintergrund: Die Meldungen werden nach Ort, Zeit, Dauer und Art ausgewertet und mit Wetterdaten sowie Erkenntnissen über infrage kommende Betriebe abgeglichen. Erst wenn sich Hinweise auf einen Standort verdichten, folgen gezielte Kontrollen vor Ort.

Wer ist zuständig?

Das hängt von der Anlage ab. Für viele Betriebe im Kreisgebiet ist der Rhein-Erft-Kreis als Untere Umweltschutzbehörde zuständig. Größere oder besonders geregelte Industrieanlagen überwacht die Bezirksregierung Köln. Die Stadt Hürth selbst nimmt die Meldungen entgegen und leitet sie weiter. Kreis, Städte und Bezirksregierung tauschen ihre Erkenntnisse laut Kreisverwaltung laufend aus.

Was bisher bekannt ist

  • Seit Mitte Juni 2026 gehen laut Stadt Brühl zahlreiche Beschwerden über Geruch ein, vor allem aus Brühl und Hürth, vereinzelt auch aus Erftstadt. Nach Angaben der Städte wird der Geruch besonders häufig nachts wahrgenommen.
  • Am 9. Juli wandten sich die Bürgermeister von Hürth und Brühl gemeinsam an die Bezirksregierung. Diese antwortete am 17. Juli, bei den bisherigen Kontrollen sei kein Verursacher festgestellt worden.
  • Am 7. August meldete der Rhein-Erft-Kreis eine Geruchsquelle bei einem Betrieb nahe Erftstadt-Lechenich: rund 2.000 Kubikmeter verfaulende landwirtschaftliche Erzeugnisse. Diese Quelle kann nach Einschätzung des Kreises aber nicht die Ursache für die Beschwerden aus Hürth und Brühl sein.
  • Am 11. August forderten Hürth und Brühl Kontrollen auch in den Nachtstunden.
  • Laut Stadt Brühl (31. August) kontrolliert die Bezirksregierung inzwischen in den besonders betroffenen Ortslagen, ausdrücklich auch nachts und am Wochenende. Gemeinsam mit dem Landesamt LANUK NRW wird zudem geprüft, ob infrage kommende Betriebe den Stand der Technik einhalten und ob es bislang unbekannte oder diffuse Quellen gibt. Die Zahl der Beschwerden ging Ende August deutlich zurück.

Seit September 2026 hilft zudem das techHAUS des Fraunhofer-Instituts FIT der Stadt Hürth bei der Auswertung: Eine Anwendung verknüpft die Geruchsmeldungen aus Hürth und Brühl – im Juli und August 2026 waren es laut Fraunhofer 817 – mit lokalen Wetter- und Winddaten, um räumliche und zeitliche Muster zu erkennen. Die Ergebnisse gehen an die zuständigen Behörden. Jede Meldung mit genauer Uhrzeit und Ort macht diese Auswertung also besser.

Kein neues Problem

Schon 2021 gab es eine ähnliche Beschwerdewelle: Damals gingen laut Radio Erft in Hürth rund 500 und in Brühl knapp 300 Meldungen ein, vor allem aus Alt-Hürth, Fischenich, Hermülheim und Kendenich. Als mögliche Quellen nannte die Bezirksregierung damals ein breites Spektrum – von Chemie- und Abfallanlagen über Kläranlagen und Kanäle bis zu Düngung auf Feldern. Ob die damaligen Ursachen etwas mit den heutigen Gerüchen zu tun haben, ist offen; der Kreis betont, dass jeder aktuelle Hinweis neu geprüft werden muss.

Und der Chemiepark?

Der Chemiepark Knapsack veröffentlicht auf seiner Website Hinweise zu Betriebsereignissen, etwa zu Fackeltätigkeit (zuletzt am 22. September 2026). Ein Zusammenhang mit den gemeldeten Gerüchen ist von den Behörden bislang nicht festgestellt worden. Wer eine Auffälligkeit bemerkt, sollte sie trotzdem über das städtische Formular melden – die Behörden ordnen die Meldungen selbst zu.

Quellen: Stadt Hürth (Geruchsbelästigung melden; Pressemitteilung vom 11.08.2026), Rhein-Erft-Kreis (Pressemitteilung vom 07.08.2026), Stadt Brühl (31.08.2026), Fraunhofer FIT (Presseinformation 11.09.2026), Radio Erft (05.10.2021), Chemiepark Knapsack. Stand: Oktober 2026.

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